Die Riviera und Skandinavien, eine Begegnung voller Überraschungen

Die Riviera und Skandinavien, eine Begegnung voller Überraschungen

Obwohl die Riviera und die skandinavischen Länder Tausende von Kilometern entfernt voneinander liegen,und sich in Klima, Tradition und Kultur unterscheiden,  gibt es doch eine subtile Beziehung zwischen diesen beiden Ländern.

Alfred Nobel ist bekannt als der Entdecker von Dynamit. Zu seinen Ehren werden jedes Jahr Preise an die herausragensten Persönlichkeiten in vielen verschiedenen Bereichen vergeben.

Der schwedische Wissenschaftler verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in San Remo, wo er am 10. Dezember 1896, im Alter von 63 Jahren starb.

Die wohl interessanteste Passage von seinem Aufenthalt an der Riviera ist ohne Zweifel die wunderschöne Villa mit Park im Corso Cavallotti in San Remo, die er liebevoll „mein Nest“ nannte, und die und jetzt im Besitz der Provinz von Imperia ist.

Die Villa Nobel beherbergt die Bibliothek und eine Sammlung von persönlichen Gegenstände und Erinnerungsstücke des schwedischen Wissenschaftlers, die von der Nobel-Stiftung in Stockholm zur Verfügung gestellt wurden.

San Remo und Stockholm verbindet das kulturelle und wissenschaftliche Erbe von Alfred Nobel, und jedes Jahr am 10. Dezember, dem Tag, an dem die dem Wissenschaftler gewidmete Nobelpreisverleihung stattfindet, macht die Stadt der Blumen der schwedischen Hauptstadt ein symbolisch wichtiges Blumengeschenk.

Was viele nicht wissen ist, dass die Blumendekorationen, die das Konzerthaus schmücken, in welchem die Nobelpreise verliehen werden,  von der Blumenriviera stammen. Es sind Nelken, Gladiolen, Gerbera und Tausende und Abertausende von duftenden Blumen, die auch die blaue Halle des Rathauses schmücken, wo der König und ein exklusiver Kreis von eingeladenen Personen sich nach der Verleihung zum Bankett treffen.

Eine weitere Persönlichkeit, die eine wichtige Verbindung zu San Remo hatte, war Evert Taube, ein berühmter schwedischer Folklore-Singer und Songschreiber, der zur Wende des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts lebte. Er galt in Schweden als Nationaldichter, und die Stadt Stockholm errichtete eine Statue zu seinen Ehren.

Die Blumenriviera, und insbesondere San Remo, waren eine wichtige Quelle der Inspiration für seine lyrische Ader. So widmete er ein besonderes Gedicht von romantischer Inspiration, „Serenata in Sanremo“ (Serenade in San Remo) seiner zukünftigen Frau, Astri Bergman, die er 1920 in der Villa Bella Vista, in der Stadt der Blumen traf.

Sein zweites, sehr originelles Lied hatte den Titel „Il Panettiere Allegro in Sanremo“ (Der glückliche Brotbäcker von San Remo)und  handelt von einem Bäcker, der während er den Teig knetet lustig vor sich hin sang, und damit die Aufmerksamkeit der Damen auf sich zog, – bis seine Frau dazwischen funkt!

Selbst in der Küche gibt es eine Verbindung zwischen der Riviera und Skandinavien. Nehmen wir zum Beispiel den Stockfisch, ein typisches nordeuropäisches Gericht, welches großartig mit dem kaltgepresstem Olivenöl der ligurischen Riviera harmoniert!

Stockfisch und Klippfisch ist ein durch Trocknung haltbar gemachter Fisch. Hervorragend eignet sich hierfür Kabeljau, der seine Ursprünge in den skandinavischen Ländern, insbesondere den Lofoten, einer Inselgruppe im Nordosten von Norwegen hat. Diese Inseln sind bekannt für ihren Stockfisch Export, der von dort aus in die ganze Welt vertrieben wird.

Badalucco, ein kleines Dorf im Argentina Tal, welches eine Städtepartnerschaft mit den Lofoten hat, feiert seit über 40 Jahren Mitte September ein großes Fest zu Ehren dieses wertvollen Lebensmittels, bei dem der Stockfisch nach einem alten Rezept namens „alla badalucchese“ zubereitet wird.

Obwohl der Stockfisch einst als Arme-Leute-Gericht betrachtet wurde, war er doch weithin bekannt für seine ausgezeichneten Konservierunsmöglichkeiten und dem hohen Protein gehalt.

Die Legende besagt, dass der Stockfisch die Bevölkerung von Balducco während der langen Raubzüge der Völkerwanderung durchfütterte. Daher stammt auch die Feier dieses Gerichts, dem Wahrzeichen der Stadt.

Castelbianco ist ein Dorf in der Nähe des Hinterlands von Albenga, Provinz Savona, welches von vier Fraktionen, Veravo, Vesallo, Oresine und Colletta gebildet wird.

Es gibt viele Dörfer dieser Art in Ligurien. Dörfer voller Oliven-und Obstbäume, ein paar Häusern, Ruinen der Mühlen und Oliven-Zerkleinerungsmaschinen, die die Zeichen einer lebendigen und mühsamen Vergangenheit vorweisen.

Nach dem schrecklichen Erdbeben von 1887 auf der ligurischen Ponente, wurde das Zentrum allmählich leer, insbesondere das Dorf Colletta.

Heute, im 21. Jahrhundert verzaubert Colletta  di Castelbianco die Menschen mit seinem mittelalterlichem Charme und futuristischer Architektur. Das Zentrum von Coletta wurde vollständig der Technologie gewidmet.

Die Transformation erfolgte dank einer Gruppe von tatkräftigen Ausländern, hauptsächlich Norwegern, Holländer, und im allgemeinen Nordeuropäern, die 60 Unterkünfte aufkauften,  und auf stilvolle Art und Weise, aber komplett verkabelt wiederherstellten.

Das kleine Dorf wurde zu neuem Leben erweckt, und feiert heute wieder das Olivenöl-Fest. Von der Ernte bis hin zur Verkleinerung der Oliven, jeder trägt seinen Anteil in Harmonie bei, und alle sprechen dieselbe Sprache, – Englisch.